Die Motivation des Projektes
PDF Drucken

Bedingt durch den demographischen Wandel nehmen der Anteil der älteren Bevölkerung und damit die Zahl der Menschen, die sich in den letzten zwölf Monaten ihres Lebens befinden, deutlich zu. Bis 2035 wird ihre Zahl auf über eine Million anwachsen (Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland). Gerade Menschen in dieser Lebensphase sind besonders zuwendungs- und pflegebedürftig. Viele von ihnen wünschen sich, ihre letzte Lebenszeit in der gewohnten, häuslichen Umgebung verbringen zu können, doch der überwiegende Anteil stirbt im Krankenhaus oder in einer anderen Institution.

Zielgruppe

Die Zielgruppe, die für das Projekt PAALiativ ausgewählt wurde sind Patienten, die an Lungenkrebs oder COPD, einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, leiden. Eine stetig wachsende Zahl an Patienten ist von diesen beiden Erkrankungen betroffen und nicht selten gehen sie miteinander einher. Zumeist handelt es sich hierbei um nicht heilbare Krankheitsbilder, die trotz Ausschöpfung aller medizinischen Möglichkeiten sogar progredient sind und irgendwann zum Tode führen.

Lungenkarzinome machen 25% aller Krebserkrankungen aus und entstehen vorwiegend im Alter zwischen 55 und 60 Jahren. Abhängig von der feingeweblichen (histologischen) Art und abhängig vom Stadium zeigen sie verschiedene Verläufe und sprechen unterschiedlich gut auf verschiedene Behandlungsarten an (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung). Symptome (wie z.B. Luftnot, Schmerzen, Bluthusten) treten zumeist erst im fortgeschrittenen Stadium auf, weshalb die Erstdiagnose oft spät gestellt wird.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine Erkrankung der Atemwege, die durch eine Atemflussbehinderung charakterisiert ist. Zugrunde liegt dieser fortschreitenden Erkrankung eine Entzündungsreaktion der Lunge, die auf die Inhalation schädlicher Gase oder Partikel zurückzuführen ist (in 90% auf Nikotin). Weltweit handelt es sich hierbei um die vierthäufigste Todesursache. Die COPD ist oft lang unerkannt, somit unbehandelt und verschlechtert sich im Verlauf durch eine häufig kontinuierliche Noxen-Exposition. Symptome sind meist produktiver Husten, Neigung zu Atemwegsinfekten und Lungenentzündungen sowie eine zunehmende Luftnot, begründet auf einen Sauerstoffmangel. Im Endstadium kommt es zu einer Erschöpfung des Atemapparates, die zu einer zumindest intermittierenden Beatmungspflichtigkeit führen kann.

Krisen

Die Symptome führen häufig zu sogenannten "Krisen", in denen ein Patient ins Krankenhaus zur stationären Behandlung eingeliefert wird. Diese Krisen belasten sowohl den Patienten, der aus seiner vertrauten Umgebung herausgelöst wird als auch die Angehörigen. Häufig ist eine stationäre Behandlung nicht nötig und verursacht somit nicht notwendigen Streß bei den Betroffenen und überflüssige Kosten. Durch eine bessere Kommunikation zwischen allen an der Versorgung des Patienten beteiligten Personen sollen die Krisen des Patienten präventiv vermieden oder - im Falle des Eintritts - angemessen gemeistert werden. Dadurch sollen z.B. belastende und unnötige Krankenhausaufenthalte am Lebensende verhindert werden.

 
A+ A- A normal